Hallo zusammen, ich möchte gerne den Lehrenden besonders im Maschinenbau etwas mit auf den Weg geben: bitte arbeiten Sie ordentliche Skripte aus! Ich bin schon ein wenig länger an der Uni unterwegs, seit 2008 um genau zu sein studiere ich im Bachelor, jetzt im Master in Maschinenbau-Studiengängen. Seit ich TM1 gehört habe, wo es ein ausführliches Skript und auch ein ausführliches Übungsskript in Buchform (!) hat zumindest nach meinem Gefühl der Wille nachgelassen, ordentliche Skripte zu den Lehrveranstaltungen anzubieten. In vielen (besonders in kleinen) Lehrveranstaltungen werden anstelle von Skripten nur noch Vortragsfolien zum Download angeboten, gleichsam als Ersatz für eine schriftliche Ausarbeitung des Themas. Leider ist die Qualität dieser Folien für diesen Zweck leider oft ungenügend - ich kann häufig die Inhalte anhand von Stichpunkten (also ohne die "Tonspur") nicht nachvollziehen. Als Gedächtnisstütze und als begleitendes Material zur Vorlesung sind diese Folien in aller Regel gut zu gebrauchen. Wenn ich mir allerdings die Inhalte der Lehrveranstaltung ohne die Vorlesung aneignen möchte, sei es aufgrund von azyklischer Prüfungsplanung oder dass ich das Thema "nur so nebenbei" oder als Ergänzung für eine andere Veranstaltung erarbeite, dann versage ich häufig. Auch die Nachbereitung wird durch Folien nur bedingt unterstützt. Mein Eindruck ist, dass viele Lehrende aufgrund von fehlender Zeit auf eine Fassung von Inhalten in Skriptform verzichten. Ein böser Wille möchte ich deshalb nicht unterstellen. Allerdings führt das nach meinem Empfinden noch mehr dazu, dass das Studium zur Präsenzveranstaltung wird - nämlich wenn mir die Möglichkeit fehlt, mir das Wissen aus ordentlichen Quellen selber anzueignen. Die durch die Bolognareform ohnehin weitestgehend erstarrten Studienpläne kriegen dadurch noch mehr den Dreh in Richtung Schule - für eine Universität meiner Meinung nach nicht der richtige Weg. Das ist für mich demotivierend und nimmt mir die Lust daran, mich mit den Themen zu beschäftigen und selbstständig zu entdecken. Dazu kommen in einigen Fällen Lehrende, die mit bestimmten Maßnahmen die Studierenden dazu zwingen wollen, die Veranstaltungen zu besuchen. Zwar gibt es in den Maschbau-Fächern kaum Veranstaltungen mit Anwesenheitspflicht, aber wenn Lösungen, Passwörter oder eben das Wissen des Dozenten nur am Termin selber erlangt werden kann - ist das noch wirkliche Wahlfreiheit? Warum dann nicht gleich zum durchgetakteten Pflichtstudium mit Anwesenheitspflicht und regelmäßigeren Leistungskontrollen (Multiple Choice nach jeder Stunde)? Sicherlich ist das eine stark überspitzte Vorstellung, aber die Tendenz geht eindeutig in diese Richtung. Sicherlich ist diese Frage etwas grundsätzlicher und es ist von der Universität nicht zu erwarten dass schnell und umfassend Abhilfe geschaffen wird. Aber wenn diese Anregung in die verantwortlichen Gremien und auch in die Institute getragen würde und für Diskussionen sorgt wäre für mich schon etwas gewonnen. Vielen Dank.