Aufgrund einer Diskussion über das Bikesharing in einer Vorlesung wollte ich diesen „Sags-Uns“-Beitrag verfassen. Ich habe mich in diesem Thema wiederholt an den ASTA gewendet und habe schließlich über den persönlichen weg zu einem Mitarbeiter ein Feedback bekommen können. Ich habe, wie auch viele andere Kommilitonen, ein massives Problem mit der Vorgehensweise wie der Asta ein Projekt erzwingen will und dabei die Kosten auf die Studenten umlegt. Es wurde zu diesem Thema keine Nutzenanalyse vorgenommen oder anderweitig recherchiert, ob ein solches Modell überhaupt Sinn macht. Ich beziehe mich hierbei auf bis zu 129.500 Euro, welche an ein Unternehmen gezahlt werden sollen. Das ausgewählte Unternehmen hat dadurch keine Risiken, kann aber durch Fremdnutzer Gewinne erwirtschaften. Ich verstehe nicht, wieso Studenten für ein System, welches in anderen Städten rentabel betrieben wird, zahlen müssen. Die Legitimation über die Umfrage sehe ich als nicht gegeben, da gerade mal 10% abgestimmt haben. Ich gebe dem AStA hier durchaus Recht, dass es leider an Motivation mangelt, jedoch ändert dies nichts an dem Nutzen des Projektes. Die Informationen waren auch in keiner Weise ausreichend um sich eine fundierte Meinung bilden zu können. Somit sollte eine solche Evaluation bei völliger Klarheit über alle Bedingungen wiederholt werden (wer wird beauftragt, wo sind die Stationen, was ist der Mehrwert zum Bus oder welche Lücke wird geschlossen, was ist überhaupt das Problem oder die Motivation, wie setzten sich die Kosten zusammen, was steuert das Unternehmen bei, was sind die Alternativen zum Bikesharing). Ein zweiter Punkt ist der, meiner Meinung nach, fehlende Mehrwert des gesamten Vorhabens: Studenten in Braunschweig haben ein Fahrrad. Sie brauchen keins welches Stationsgebunden ist und nur 30 Minuten nutzbar ist. Laut dem AStA gab es auch keine Recherche, ob Studenten überhaupt eine Zielgruppe von diesen Systemen in anderen Städten sind. Nicht alle Studenten können die angebotenen Fahrräder nutzen, da diese für die breite Masse ausgelegt sind. Auch sollte man eventuell bedenken, dass es bereits eine sehr gute Mobilität durch die Busse und Bahnen gibt. Eine Doppelversorgung halte ich für weniger sinnvoll (Stichwort Kosten für die Allgemeinheit, nicht was ein Individuum gerne möchte). Das Argument des Solidarprinzips kann ich mittlerweile nicht mehr hören. Wenn es ein Student nutzt, heißt dies nicht, dass gleich alle zahlen sollten. In Hinblick auf den nicht zu vernachlässigenden Semesterbeitrag, sollte hier schon abgewägt werden was man auf die Allgemeinheit umlegt und was nicht. Ich finde es persönlich überhaupt nicht sozial ungefragt Geld von Studenten einzusammeln. Ich hätte mich gerne an einer konstruktiven Diskussion beteiligt. Zum Beispiel könnte man die Stadt Braunschweig ins Boot holen und bei entsprechender Nutzung von vielen Studenten Paketpreise oder Rabatte anbieten.